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Vom Altruismus zu purem Egoismus

Die Corona-Krise hat gefühlt das Beste und das Schlechteste der Menschen zum Vorschein gebracht. Zum Beginn war da dieses starke Gemeinschaftsgefühl. Jeder hilft jedem. Jung hilft Alt. Und was kommt dann?

 

Die Angst und Unwissenheit war groß. Sicherlich auch bedingt durch den Medienhype. Überall nur noch Corona. Es gab Tage da habe ich sofort umgeschalten sobald das Wort Corona kam. Um ehrlich zu sein, mache ich das sogar jetzt noch. Die große Angst kam auch von der Unwissenheit. Keiner wusste etwas Genaues. Ist es nur eine Grippe? Ist es schlimmer? Menschen die einem ungefragt dann mitteilen mussten, dass es doch nur eine Grippe ist, nehmen zu. Die Bilder in den Medien sagen aber was anderes. Also was stimmt denn nun. Die Angst  und Verunsicherung stiegen weiter. Die einen sagen dies, die anderen jenes. Kinder sind ansteckend, sie sind es nicht? Ich könnte die Aufzählung fortführen.

 

Seit Beginn des Lock Downs sind zehn Wochen vergangen. Was hat sich geändert? Es sind gefühlt drei Lager entstanden.

 

1.       Die, die weiter an den Lock Down festhalten möchten. Ihre Angst ist immer noch groß. Vielleicht haben sie auch jemanden durch Corona verloren oder jemand oder sie selber sind schwer daran erkrankt. Da kann man die Ängste, denke ich, nachvollziehen.

 

2.       Die zweite Gruppe ist die, die gelernt hat, damit zu leben. Es ist „sowas wie Alltag“ geworden. Beim Einkaufen oder im Bus trägt man eine Maske. Und na klar nervt die und man ist froh wenn man sie wieder abnehmen kann. Aber sie schadet auch nicht. Abstand halten ist uns fast schon ins Blut übergegangen. Man hat sich arrangiert.

 

3.       Und die dritte Gruppe sind die, die alles sofort aufheben möchten und grundsätzlich alles in Frage stellen was gemacht wurde ist und aktuell noch gemacht wird und gar nicht so recht glauben was ihnen so erzählt wird.

 

Viele Menschen vergessen in der aktuellen Situation leider, dass dieser Virus Neuland war und auch noch ist. Es gab anfangs niemanden der korrekte Aussagen dazu machen konnte. Ist es nur eine Grippe oder doch mehr? Wie gefährlich ist das Virus für den Menschen? Das sind Fragen für die mussten erst in den letzten Wochen und Monaten Antworten gefunden wurden und auch noch gefunden werden müssen.

 

Sind die Maßnahmen richtig gewesen, die ergriffen worden sind? Na ja sagen wir mal so, ganz falsch waren sie offenbar nicht, wenn man sich die Zahlen anschaut. Irgendwas müssen wir wohl auch richtig gemacht haben. Das dabei Unternehmen und dadurch auch Menschen Einbußen, Verluste etc. haben und hatten, ist auf gut deutsch „Scheiße“. Auf der anderen Seite wurden die Menschen kreativ. Beste Beispiele sind die Gastronomie die auf Lieferdienste umgestellt haben und Kinos, die auf das gute alte Autokino umgesattelt haben.

 

Kommen wir zu dem Thema Alte und Kinder. Gerade bei den Alten hat es einfach zu lange mit der Umsetzung der Ideen, die es jetzt gibt, gedauert.

 

Die Kinder jedoch sind vollständig auf der Strecke geblieben. Nach zehn Wochen Homeschooling neben einem Vollzeitjob (kein Homeoffice), Haushalt und Hausbau nebenbei komme auch ich an meine Grenzen. Und ich rede hier von einem Kind. Mein vollsten Respekt an alle Eltern mit mehr Kindern.

 

Wenn wir uns schon beschweren, dass die Bundesländer alle Regelungen unterschiedlich umsetzen, schaut mal in die Schulen. Hier macht es jede Schule anders. Die eine war super vorbereit im Bereich E-Learning. Andere mussten erst den Umgang lernen und die Schüler natürlich auch. Die einen nutzen den vollen Umfang der E-Learning-Plattformen und die anderen nur einen Bruchteil. Es gab Schule, da gab es Videokonferenzen und sogar Arbeiten per Videokonferenz. Dann gab es Schulen die fast gar nichts gemacht haben. Da ist deutschlandweit noch sehr viel Luft nach oben.

 

Das Thema der Kinder bewegt mich, frustriert mich, macht mich nachdenklich. Der Lock Down hat uns mitten im Hausbau erwischt. Ja und bei uns waren die Baumärkte tatsächlich zu. Aber auch hier wurde man kreativ. Kommt dann doch der Ossi wieder durch.

 

Was ich damit sagen wir: natürlich war die Situation nicht schön, sie war anstrengend, nervenaufreibend. Hätte man Dinge anders machen können? Vielleicht. Sicherlich Aber das kann man erst danach feststellen und für das nächste Mal lernen.

 

Mich persönlich nerven, wundern und frustrieren einfach die Menschen, die sich offenbar ihrer Grundrechte beraubt, falsch behandelt, betrogen und was weiß ich nicht noch fühlen. Wo sind eure Ideen, eure Hilfen? Was steuert ihr bei? Nur dagegen sein, hilft nicht. Ich will gar nicht erst auch die Verschwörungstheoretiker eingehen, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar. Natürlich sollte man alles was man „hört“ hinterfragen und nicht blindlings vertrauen. Aber etwas Bildung und Menschenverstand sind dabei sehr hilfreich.

 

Anfangs habe ich mir gedacht und gewünscht, dass dieser einsetzende Altruismus andauern könnte, aber leider ist der Mensch scheinbar nicht dafür gemacht. Jedenfalls nicht alle Menschen. Der Egoismus der Menschen ist nach nur ein paar Wochen wieder zum Vorschein gekommen. Ich hatte doch tatsächlich gehofft, dass wir weltweit zusammen wachsen, weil alle Menschen dieser Erde betroffen sind. Aber wir schaffen es ja nicht mal in Deutschland. Schade.

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